Unterrichtsbedingungen in DO verbessern
KAUCH/DINGERDISSEN: ''Unterrichtsbedingungen in Dortmund müssen verbessert werden'' -> Landesregierung gibt zu: vielfach zu große Klassen, zum Teil überalterte Lehrerkollegien
Landesregierung gibt zu: vielfach zu große Klassen, zum Teil überalterte Lehrerkollegien
"Um die Unterrichtsbedingungen in Dortmund steht es nicht zu besten. Das SPD-geführte Schulministerium ist gefordert, endlich zu handeln", fasst der FDP-Kreisvorsitzende Michael Kauch die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP zusammen. Die FDP hatte im Landtag gefragt, wie es in Dortmund um die Klassengröße und die Altersstruktur der Lehrerkollegien bestellt ist.
Entsprechend dem politischen Konsens im Landtag soll die Klassengröße 25 Schüler nicht überschreiten. Die Realität in Dortmund: 39,3% aller Klassen an Gymnasien hatten im vergangenen Schuljahr mehr als 30 Schüler. An Realschulen sind es 27,3%, an Gesamtschulen 19,9%.
Heinz Dingerdissen, stellvertretender FDP-Kreisvorsitzender und Mitglied im Schulausschuss des Rates kommentiert das kritisch: "Kleinere Klassen sind für den Lernerfolg und die individuelle Förderung der Schüler wesentliche Voraussetzung. Es ist bemerkenswert, dass gerade die von der SPD wenig geliebten Gymnasien in Dortmund übergroße Klassen aufweisen."
Die Lage wird sich im nächsten Schuljahr eher noch verschärfen, da landesweit 7400 Lehrerstellen durch Erreichen des Pensionsalters frei werden. Auf die Einwohnerzahl von Dortmund umgerechnet bedeutet das etwa 250 Stellen in Dortmund. "Diese müssen zunächst einmal durch junge Lehrerinnen und Lehrer ersetzt werden", so Dingerdissen.
Michael Kauch verweist darauf, dass nicht nur die großen Klassen in Dortmunder Schulen ein Problem sind. Vielmehr sind an einer Reihe von Schulen die Lehrerkollegien überaltert. "Wir halten eine gute Mischung von Lehrergenerationen für wichtig - denn das kombiniert Erfahrung mit Innovationsfreude beim Lehren", so Kauch. So hat die preisgekrönte Grundschule Kleine Kielstraße einen Altersschnitt von nur 36 Jahren, ebenso die Landgrafen-Grundschule und die Gutenbergschule.
Dies ist in Dortmunder Schulen laut Antwort der Landesregierung leider nicht der Regelfall. Viele Schulen liegen deutlich darüber. Keine einzige Hauptschule hat ein Durchschnittsalter von weniger als 46 Jahren. An folgenden Regelschulen gibt es sogar einen Altersschnitt von über 50 Jahren beim Lehrerkollegium: Bach-Grundschule, Grafen-Grundschule, Grundschule Lichtendorf, Grundschule Loh, Grundschule Osterfeld, Roncallischule, Hauptschule Nette, Hauptschule Husen und Anne-Frank-Gesamtschule.